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	Kommentare zu: „Trauer ist wie eine Salbe“	</title>
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	<description>Kommunikation Wortlos</description>
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		<title>
		Von: M. Lamers		</title>
		<link>https://marlis-lamers.com/trauer-ist-wie-eine-salbe/#comment-12</link>

		<dc:creator><![CDATA[M. Lamers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2021 14:11:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://marlis-lamers.com/trauer-ist-wie-eine-salbe/#comment-11&quot;&gt;Anne Niesen&lt;/a&gt;.

Guten Tag Anne,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar und die Wertschätzung meiner Arbeit.

Ich sehe sehr deutliche Verbindungen zur Demenz. Zu Beginn der Erkrankung nimmt der Betroffene sehr deutlich wahr, welche Verluste er schleichend erleidet. Quasi täglich heißt es Abschied nehmen: von Fähigkeiten, Erinnerungen, gesellschaftlichen Normen, der Häuslichkeit...ein Gefühl der Scham erfasst ihn und die Trauer wird eine Zeitlang sein Begleiter. Es muss Raum gegeben werden, diese Verluste zu verarbeiten und Ressourcen zu entdecken, die bisher verborgen waren. Menschen mit Demenz sind nicht per se bedauernswert! Sie können eine hohe Lebensqualität haben, nur ist ihre Welt eben ver-rückt, anders als unsere. Wer sind wir, sie zu bewerten? Prof. Hüther sagte einmal: Der Mensch mit Demenz kommt wieder bei sich selber an und ist im höchstem Maße mit sich verbunden, da die Kognition fehlt. Es ist reines Fühlen.

Bis jedoch dieser Zustand erreicht ist, sind viele Abschiede zu feiern, die thematisiert werden müssen und auch der Unterstützung bedürfen, finde ich. Ich durfte ein schwules Paar kennenlernen, wo ein Partner eine FTP hat. Ich beobachte seit ca. 3 Jahren den progredienten Verlauf der Erkrankung und auch den aktiven Trauerprozess. Mittlerweile hat der Kampf ein Ende und die beiden haben einen guten Weg gefunden, in dem sie sehr aktiv sind und neue Dinge für sich entdecken.
Verliere ich einen Menschen oder eine Fähigkeit, ist beides nicht mehr reversibel. Die Trauer erscheint mir in beiden Fällen sehr ähnlich. Entscheidend ist, dass ich das Gefühl durchfühle und es zulasse, damit ich im Anschluss Kompensationsmöglichkeiten für mich finde.

Ich will die Erkrankung nicht schön reden, denn sie ist eine Belastung für alle Beteiligten. 

Ich weiß nicht, wie weit Du im Sehen eingeschränkt bist. Kannst Du Filme anschauen? Dann empfehle ich Dir &quot;Das innere Leuchten&quot; ein sehr eindrucksvoller Film zur Demenz.
Herzlichen Gruß, Marlis]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://marlis-lamers.com/trauer-ist-wie-eine-salbe/#comment-11">Anne Niesen</a>.</p>
<p>Guten Tag Anne,</p>
<p>herzlichen Dank für Deinen Kommentar und die Wertschätzung meiner Arbeit.</p>
<p>Ich sehe sehr deutliche Verbindungen zur Demenz. Zu Beginn der Erkrankung nimmt der Betroffene sehr deutlich wahr, welche Verluste er schleichend erleidet. Quasi täglich heißt es Abschied nehmen: von Fähigkeiten, Erinnerungen, gesellschaftlichen Normen, der Häuslichkeit…ein Gefühl der Scham erfasst ihn und die Trauer wird eine Zeitlang sein Begleiter. Es muss Raum gegeben werden, diese Verluste zu verarbeiten und Ressourcen zu entdecken, die bisher verborgen waren. Menschen mit Demenz sind nicht per se bedauernswert! Sie können eine hohe Lebensqualität haben, nur ist ihre Welt eben ver-rückt, anders als unsere. Wer sind wir, sie zu bewerten? Prof. Hüther sagte einmal: Der Mensch mit Demenz kommt wieder bei sich selber an und ist im höchstem Maße mit sich verbunden, da die Kognition fehlt. Es ist reines Fühlen.</p>
<p>Bis jedoch dieser Zustand erreicht ist, sind viele Abschiede zu feiern, die thematisiert werden müssen und auch der Unterstützung bedürfen, finde ich. Ich durfte ein schwules Paar kennenlernen, wo ein Partner eine FTP hat. Ich beobachte seit ca. 3 Jahren den progredienten Verlauf der Erkrankung und auch den aktiven Trauerprozess. Mittlerweile hat der Kampf ein Ende und die beiden haben einen guten Weg gefunden, in dem sie sehr aktiv sind und neue Dinge für sich entdecken.<br>
Verliere ich einen Menschen oder eine Fähigkeit, ist beides nicht mehr reversibel. Die Trauer erscheint mir in beiden Fällen sehr ähnlich. Entscheidend ist, dass ich das Gefühl durchfühle und es zulasse, damit ich im Anschluss Kompensationsmöglichkeiten für mich finde.</p>
<p>Ich will die Erkrankung nicht schön reden, denn sie ist eine Belastung für alle Beteiligten. </p>
<p>Ich weiß nicht, wie weit Du im Sehen eingeschränkt bist. Kannst Du Filme anschauen? Dann empfehle ich Dir “Das innere Leuchten” ein sehr eindrucksvoller Film zur Demenz.<br>
Herzlichen Gruß, Marlis</p>
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		<title>
		Von: Anne Niesen		</title>
		<link>https://marlis-lamers.com/trauer-ist-wie-eine-salbe/#comment-11</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anne Niesen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2021 10:57:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://marlis-lamers.com/?p=1017#comment-11</guid>

					<description><![CDATA[Hallo Marlis, was für ein schönes Bild, das mit der Salbenschicht.

Und ja: Ich bevorzuge auch das Model von Stroebe und Schut. Ich mag auch die Ansätze von Johan Maes sehr, bin aber nicht sicher, ob sie in Deutsch oder Englisch verfügbar sind. Er arbeitet auch zu Verlust bei gesundheitlichen Verlusten. 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies nochmal eine ganz andere Erfahrung ist als Tod. Stichworte: Living loss oder Nonfinite Loss. - auch für Angehörige und Freund*innen.

Noch mehr gilt dies für schleichende Verluste. Meine eigene Erfahrung hat mich zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema Gesundheitliche Verluste und Trauer geführt - auch, weil ich die Erfahrung machen musste, dass nur sehr wenige professionelle Begleiter*innen sich damit auskennen und dass ich mich in wenigen Büchern dazu wiederfand. Welch eine Erleichterung war für mich die Entdeckung dieser Ideen völlig jenseits von Phasenmodellen. Wie menschlich, wie zutreffend. 

Mich interessiert sehr, ob du da deine Verbindung zum Thema Demenz siehst. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr viele Parallelen gibt und Dinge, die anders sind. 
Ich freue mich, deine Seite hier entdeckt zu haben, ich liebe die Unerschrockenheit und Offenheit, alle Themen anzusprechen. Das brauchen wir!

Herzlich, Anne (aka SEHHELDIN)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Marlis, was für ein schönes Bild, das mit der Salbenschicht.</p>
<p>Und ja: Ich bevorzuge auch das Model von Stroebe und Schut. Ich mag auch die Ansätze von Johan Maes sehr, bin aber nicht sicher, ob sie in Deutsch oder Englisch verfügbar sind. Er arbeitet auch zu Verlust bei gesundheitlichen Verlusten. </p>
<p>Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies nochmal eine ganz andere Erfahrung ist als Tod. Stichworte: Living loss oder Nonfinite Loss. — auch für Angehörige und Freund*innen.</p>
<p>Noch mehr gilt dies für schleichende Verluste. Meine eigene Erfahrung hat mich zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema Gesundheitliche Verluste und Trauer geführt — auch, weil ich die Erfahrung machen musste, dass nur sehr wenige professionelle Begleiter*innen sich damit auskennen und dass ich mich in wenigen Büchern dazu wiederfand. Welch eine Erleichterung war für mich die Entdeckung dieser Ideen völlig jenseits von Phasenmodellen. Wie menschlich, wie zutreffend. </p>
<p>Mich interessiert sehr, ob du da deine Verbindung zum Thema Demenz siehst. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr viele Parallelen gibt und Dinge, die anders sind.<br>
Ich freue mich, deine Seite hier entdeckt zu haben, ich liebe die Unerschrockenheit und Offenheit, alle Themen anzusprechen. Das brauchen wir!</p>
<p>Herzlich, Anne (aka SEHHELDIN)</p>
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